Badgi mit Schweizer Lampion in der Daemmerung, Hoehenfeuer auf den Huegeln

Wie Badgi zu cross equip kam

4 Min. Lesezeit

Fast wäre es ein Steinbock geworden. Die ehrliche Geschichte hinter unserem Honigdachs.

Dreizehn Jahre lang hatte cross equip kein Gesicht. Ein Maskottchen stand bei uns nie auf einer Liste: kein Projekt, kein Budget, kein Muss — nur eine Idee, die immer wieder auftauchte und nie oben lag.

Und als sie endlich dran war, ging fast alles schief, was schiefgehen konnte. Drei naheliegende Tiere, alle verworfen. Vierzig Bild-Versionen an zwei Tagen, die meisten davon Ausschuss. Am Ende lag die Lösung nicht in einer neuen Idee.

Es begann mit einem Geschenk

Das Original-Poster im Buero von cross equip
Das Original-Poster im Büro — hängt bis heute.

Im Februar haben wir im Team mit Bildgeneratoren herumgespielt. Daraus wurde eine kleine Aktion: Für jeden im Team ein Tier-Porträt — schwarz-weiss, ausgedruckt, aufgehängt. Jeder durfte sich wünschen, welches Tier ihn am besten trifft.

Bens Wunsch: ein Honey Badger. Ein Honigdachs.

Das Poster kam an die Wand, wir fanden's stark, und damit war die Sache eigentlich erledigt. Niemand dachte an Marketing. Die meisten Poster sind inzwischen längst bei den Leuten zuhause — abgehängt und mitgenommen. Bens blieb hängen.

Der Gedanke, der immer wieder kam

Gezeichnete Szene: das Team am Tisch
Immer wieder dieser Gedanke — das Poster hängt schon im Hintergrund.

Ein eigenes Tier für cross equip — der Gedanke tauchte danach immer mal wieder auf. Zwischen Tür und Angel, beim Kaffee, nach dem Training. Nie als Projekt. Eher als „wär doch noch cool".

Und jedes Mal fielen ein paar Namen. Steinbock — klar, Swissness, Berge, zäh. Bär — Kraft, keine Frage. Bartgeier — der grösste Vogel der Alpen, majestätisch.

Und jedes Mal kamen die gleichen Einwände: zu plakativ. Zu „swissig". Zu exotisch. Ein Steinbock auf einem Equipment-Logo — das hätte jede zweite Schweizer Marke sein können. Der Gedanke blieb liegen. Wie immer.

Kandidat Steinbock, verworfenKandidat Baer, verworfenKandidat Bartgeier, verworfen

Die Kandidaten — alle verworfen, bevor je einer offiziell im Rennen war.

Der Blick zurück

Konzept-Blatt Der Name
Der Name — entschieden in einer Zeile.

Der Anstoss kam dann von aussen. Im April fuhr ein grosser Schweizer Online-Händler eine Aktion mit seinem Tier-Charakter — und es funktionierte. Nicht albern, nicht aufgesetzt. Einfach gut.

Beim nächsten Gang durchs Büro blieb der Blick am Poster hängen.

Der Honigdachs. Er war die ganze Zeit da.

Und je länger wir hinschauten, desto klarer wurde: Der passt nicht nur — der ist es. Falls du das berühmte Video kennst, weisst du warum: Der Honigdachs ist das Tier, das sich von nichts beeindrucken lässt. Keine Ausreden, kein Zögern, kein „ich müsste zuerst noch". Er macht einfach.

Genau das ist Training, wie wir es verstehen. Und genau dafür bauen wir Equipment: ehrlich, roh, ohne Schnickschnack. Kein Bling-Bling — Substanz.

Der Name war dann schnell da. Honey Badger → Badgi. Schweizerisch verkürzt. Kurz. Bündig. Passt.

De Badgi? Dem isch das egal. Er trainiert eifach.

Regeln vor Pixeln

Eine Sorge hatten wir: Ist das zu viel? Zu raw? Ein grimmiger Dachs neben ehrlicher Beratung — geht das auf?

Die Antwort war nicht ein anderes Tier, sondern eine klare Rolle. Bevor das erste richtige Bild entstand, standen die Regeln:

  • Badgi spricht nicht. Er macht. Wir reden über ihn — nie er über uns.
  • Badgi berät nicht. Beratung bleibt bei uns Menschen. Er zeigt, was Training heisst.
  • Badgi ist nie niedlich. Auch nicht an Ostern. (Er trägt dann halt Hasenohren — und schaut dich an.)

Klingt streng für eine erfundene Figur. Aber genau das unterscheidet eine Figur mit Absicht von einem Zufallsgag.

Der Bau

Drei Koerper-Varianten
Der Proportionen-Hunt: zu lang ✗ · zu viel ✗ · kompakt. kraftvoll. ✓

Dann haben wir ihn gebaut. Mit KI als Werkzeug — so selbstverständlich, wie in der Werkstatt die Kreissäge steht. Das Werkzeug macht nicht die Arbeit. Es macht die Arbeit möglich.

Und ehrlich: Es ging einiges schief, bevor es sass.

Schon im Frühjahr — lange bevor irgendetwas entschieden war — kippten die ersten Spielereien ins Bodybuilder-Comic: Boxhandschuhe, Grinsen, Maskottchen-Klischee. Genau das, was Badgi nie werden sollte. Der erste ernsthafte Anlauf im Juni ging dann in die andere Richtung schief: zu lang, zu schlaksig — ein Dachs im Menschenkörper.

Dazwischen lagen Dutzende Anläufe: falsches Fell, toter Blick, Proportionen, die einfach nicht sassen. Allein zwischen dem 30. Juni und dem 1. Juli liegen vierzig zeitgestempelte Versionen im Archiv — die meisten davon Ausschuss, und genau deshalb wurde es am Ende gut.

Verworfene Iteration im Comic-StilVerworfene Iteration mit menschlichen Proportionen

Echte Fails aus dem Archiv: der Bodybuilder-Comic (März) · der Dachs im Menschenkörper (Juni).

Technisches Konzept-Blatt mit Freigabe-Stempel
Das Konstruktions-Sheet — freigegeben.

Am Ende stand er: kompakt, kraftvoll, zweifarbiges Fell mit dem hellen Mantel über dem Rücken, Blick unbeeindruckt. Freigegeben.

Was dabei geholfen hat: Wir haben nicht diskutiert, ob ein Entwurf „schön" ist, sondern ob er die drei Regeln erfüllt — spricht nicht, berät nicht, nie niedlich. Das macht aus Geschmacksfragen eine Checkliste — und aus vierzig Versuchen einen Weg statt eines Herumirrens.

Der 1. August

13 Jahre cross equip. Nationalfeiertag. Wenn es einen richtigen Moment gibt, ihn vorzustellen, dann diesen.

Also: Das ist Badgi. Honigdachs. Kein Kostüm, kein Umhang — am 1. August trägt er sein Stirnband, hält einen glühenden Lampion in der Pfote und schaut dabei, wie er immer schaut.

Er wird nicht unser Sprecher. Er wird nicht unser Verkäufer. Er trainiert hier einfach — und du wirst ihn dabei regelmässig sehen.

Badgi am 1. August mit Lampion
Badgi, 1. August 2026.

Übrigens: Badgi ist nicht das Einzige, was dieses Jahr bei uns entstanden ist. Dazu bald mehr.

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