Wer bei HYROX vorne stehen will, muss vor allem eines können: laufen. Klingt banal – wird im Training aber ständig unterschätzt, und auf dem Top-Level entscheidet es am Ende alles. Die letzte Weltmeisterschaft, vier Tage Stockholm mit der versammelten Weltspitze, hat genau das wieder vorgeführt. Wer das nicht glaubt, muss sich nur die Siegerin im Frauen-Einzel anschauen.
Kurz für alle, die HYROX nur am Rand kennen: Es ist ein standardisiertes Wettkampfformat – acht Mal ein Kilometer Laufen, dazwischen acht Stationen wie SkiErg, Rudern, Sled Push, Sled Pull und Wall Balls. Ausdauer, Kraft und Tempo am Stück, ohne Pause zum Nachdenken. Wenn du das Format von Grund auf verstehen willst: Das haben wir in HYROX – was du wissen musst ausführlich erklärt.
Die Aussenseiterin, die alle überraschte
Alyssa McElheny ist Marathonläuferin – 2:34 auf der Strasse. HYROX hat sie quasi nebenbei entdeckt: Stockholm war erst ihr fünftes Solo-Rennen. Und sie holt den WM-Titel.
Geschlagen hat sie dabei die dominanteste Athletin, die der Sport bisher gesehen hat. Joanna Wietrzyk kam als Weltrekordhalterin und Siegerin aller vier Saison-Majors nach Schweden. Auf dem Papier unschlagbar. Auf der Bahn dann doch nicht.
Das Verrückte daran: Am Montag vor dem Rennen konnte McElheny kaum gehen – umgeknickt beim Absteigen vom Velo. Der Plan war, sicher durchzukommen und irgendwie aufs Podest zu laufen. Stattdessen übernahm sie nach dem Sled die Spitze und liess ihre stärkste Waffe laufen: die Beine. 56:59, vor Wietrzyk (57:14) und Sinead Bent (57:24).
Ein letzter Tanz – und Gold zum Abschied
Die emotionalste Geschichte schrieben zwei Männer. Alexander Rončević und Tim Wenisch holten sich im Doppel den Weltmeistertitel – in 48:57. Es war ihr letztes gemeinsames Rennen.
Der Grund ist eine neue Regel: Ab nächster Saison müssen Doppel-Partner dieselbe Staatsangehörigkeit haben. Der Österreicher und der Deutsche dürfen also nicht mehr zusammen antreten. Saisonstart mit Weltrekord, Saisonende mit WM-Titel – einen schöneren Abschluss kann man sich kaum ausdenken.
Und das nur 24 Stunden nach einer Enttäuschung. Im Einzel am Donnerstag lief für beide nichts zusammen: Wenisch fiel nach einer Strafe auf Platz drei zurück, Rončević zahlte für sein hohes Anfangstempo und wurde Sechster. Den Einzeltitel holte sich der Amerikaner Dylan Scott in 53:47 – sein erster.
Laufen gewinnt – das ist die Lehre
McElhenys Sieg ist kein Zufall, sondern das Muster, das sich an jeder grossen HYROX-Bühne wiederholt. Über Jahre haben sich viele Athleten vor allem auf die Stationen konzentriert – Sled, Wall Balls, Kraft. Stockholm hat es nur besonders deutlich gezeigt: Auf dem Top-Level entscheidet der Lauf.
Macht Sinn, wenn man kurz rechnet. Acht Kilometer Laufen stecken in jedem Rennen, verteilt auf die acht Runden. Wer da schwächelt, holt das an den Stationen kaum mehr auf. Vorne stehen am Ende die schnellsten Läufer mit sauberer Stationen-Technik.
Für alle, die selbst für HYROX trainieren, ist das der eigentliche Takeaway. Nicht nur die Stationen hämmern. Die Laufform macht am Wettkampftag den Unterschied – und genau die wird im Training am häufigsten vernachlässigt.
Was die WM sonst gezeigt hat
Kein neuer Weltrekord. Trotz Weltspitze blieben die Siegerzeiten klar über den Bestmarken (Scott 53:47, der Rekord liegt bei 51:59). Normal für eine WM: Hier wird Kopf an Kopf taktiert, nicht auf Zeit gefahren. Die aktuellen Einzel-Rekorde stammen aus Warschau im April.
Das Feld rückt zusammen. Im Männer-Einzel lagen die ersten fünf innerhalb von 20 Sekunden. Selbst eine Ikone wie der dreifache Weltmeister Hunter McIntyre wurde im Einzel nur Fünfter. Jede Sekunde zählte, vom ersten Kilometer an.
Der Sport wächst. Das Preisgeld stieg auf 504'000 Dollar – gut zwei Drittel mehr als im Vorjahr (302'000). Und die nächste WM 2027 steigt in Hongkong, zum ersten Mal in Asien.
Auch aus der Schweiz am Start
Mit dabei waren auch zwei Namen mit Schweizer Bezug. Alexis Bernier, der in der Schweiz trainiert, holte mit seinem Partner Rang 13 im Elite-Doppel. Und Mirjam von Rohr trat trotz ihrer Quali für die CrossFit Games auch an der HYROX-WM an. Das Format zieht längst beide Welten an.
Noch nicht bereit für den Wettkampf? Schnupper erst mal rein.
Du willst auch mal HYROX-Luft schnuppern, fühlst dich aber noch nicht bereit für ein offizielles Rennen? Dann ist eine HYROX-Simulation genau das Richtige. Du läufst das komplette Format einmal durch – acht Stationen, dazwischen Laufen – ohne Startgeld, ohne Druck, in vertrauter Umgebung.
So merkst du, wo du stehst und was dir liegt, bevor du dich für einen echten Wettkampf anmeldest. Wie eine Simulation abläuft und wie du einsteigst, zeigen wir dir hier: HYROX-Simulation: dein Einstieg.
Acht Stationen, acht Kilometer – auch bei dir
Das Schöne an HYROX: Das Format lässt sich auch im eigenen Gym abbilden. Acht Stationen, dazwischen Laufen – mehr braucht es nicht, um genau dafür zu trainieren. Wir stellen solche Setups zusammen, vom einzelnen Sled bis zur kompletten Simulation.
Du willst das Format bei dir aufbauen oder selbst eine Simulation auf die Beine stellen? Meld dich oder komm im Showroom vorbei – wir zeigen dir, was du wirklich brauchst, und was nicht.